Janelle Monaé:
Jane Bond, never Jane Doe.

#pop #kultur #essay

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Janelle Monáe sagt: „We believe there are three kinds of music: good music, bad music and funk.“ Ich hasse Funk. Ich liebe Janelle Monáe. Und wenn jemand Laura Jil Beyer dazu bringt, den Funk zu spüren, dann ist alles möglich.

Manchmal wache ich auf und befürchte, ich habe Janelle Monáe nur erträumt. Weil sie alles zu richtig macht. Weil sie meine Sehnsucht nach Grenzenlosigkeit in Worte fasst: „We believe songs are spaceships. We believe music is the weapon of the future. We believe books are stars.“ Wenn Janelle Monáe zum Mikrofon greift, kicken ihre beiden Alter Egos den Smog beiseite, der uns den Blick auf noch unentdeckte Galaxien versperrt. Da ist Cindi Mayweather, eine Androidin auf der Flucht – weil sie sich in einen Menschen verliebt hat. Jane 57821 ist ein „dirty computer“, ein Mensch mit radikalen, unbequemen Ideen – zumindest aus Sicht der religiös geprägten, vorrangig weißen Herrschaftsschicht.

Fem the future

Janelle, Cindi und Jane eignen sich mit einem SMASH, SMASH, BANG, BANG das an, was in männlicher Hand zu gedankenschweren Konstrukten geriet. Sie erledigen in drei Minuten vierzig das, woran die alten Herren Fritz Lang und Philipp K. Dick sich in epischer Breite die Zähne ausbissen: die absolute Humanisierung der Technik, und damit die ungefilterte Betrachtung dessen, was das Menschsein ausmacht. Cindi Mayweather, Jane 57821, das sind alle, die sich einmal anders gefühlt haben, fühlen mussten. Und sie tanzen den Beweis, dass Knallerhooks und eine energische Hi-Hat politische Haltung sind: „We ain’t hidden no more.“

Let the vagina have a monologue

Wir nehmen als selbstverständlich wahr, was sichtbar ist. Selbstverständlich ist, wer einen Platz nicht nur einfordert, sondern ihn besetzt: „Being a queer Black woman in America, someone who has been in relationships with both men and women – I consider myself to be a free-ass motherfucker.“ Janelle Monáe ist ein free-ass motherfucker mit Style: „We wear tuxedos every day. We wear Civil War hats and vintage Jordans.“ Sie geht mit polarweißen Chanel-Absätzen Fallschirmspringen. „I don’t believe in men’s wear or women’s wear, I just like what I like“, sagt sie der Vogue. Mit diesem beiläufigen Satz an ein Modemagazin fordert sie das einzig Rationale, beschwört das achte Gebot ihrer Droid Commandments herauf, das unsere Zukunft retten könnte: „Abandon your expectations about art, race, gender, culture and gravity.“ Janelle Monáe ist noch mehr als ein Manifest des Afrofuturismus. Sie ist ein Manifest des Seins.

Erschienen in: Pop Heroines Radical #01, Embracing Realities c/o Düsseldorfer Schauspielhaus



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